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Großes kündigt sich an

Großes kündigt sich an

Geschätze Lesezeit: 7 Minuten
Nils Greese

Historische Fassdeckel aus fast 100 Jahren Whiskygeschichte

Ich wurde vor vier Wochen 57 Jahre alt, und dann denkt man sich, dass man schon alles erlebt, gesehen und erfahren hat. Ich mache den Job des Tischlers nun seit 40 Jahren, und mit schottischen Whiskyfässern befasse ich mich auch schon seit 20 Jahren.

Doch manchmal belehrt einen das Leben eines Besseren.

300 Fassdeckel und die Erkenntnis, dass noch lange nicht alles gesehen ist

Als ich im letzten Jahr auf einen Schlag 300 Fassdeckel kaufen konnte, war das schon ein großes Ding für mich, zumal da einige wirklich sehr, sehr alte Fassdeckel dabei waren. Unter diesen 300 Originaldeckel waren neben Deckeln aus den 90er, 80er und 70er Jahren auch einige aus den 60er Jahren. Linlithgow, Laphroaig, Aberlour, Glenkinchie, Glenmorangie usw. trugen als dritte Ziffer eine 6 in der Jahreszahl.

Fassdeckel aus den 1950er und 1930er Jahren

Damit aber nicht genug, denn auch aus den 50er Jahren konnten wir uns einige sichern. So bekamen wir unter anderem einen Macallan aus dem Jahr 1954, einen Cardhu aus dem Jahr 1959 und auch einen Lagavulin aus demselben Jahr. Die absolute Höhe war jedoch ein sehr gut erhaltener Fassdeckel von Macallan aus dem Jahr 1935. Fassdeckel aus diesen Jahren sind so selten, dass ich davor niemals daran gedacht hätte, dass es so etwas überhaupt geben könnte.

Neue Angebote aus Schottland

Aber offensichtlich weit gefehlt und ich muss nun erleben, dass ich noch bei Weitem nicht alles erlebt, gesehen und erfahren habe. Denn was mir mein schottischer Lieferant in der letzten Woche offerierte, schlägt dem Fass den Boden aus. Zwar sind es dieses Mal „nur“ 32 Fassdeckel längst vergangener Zeiten, aber die haben es dermaßen in sich, dass jeglicher Vergleich eine Anmaßung wäre.

Fassdeckel aus den 1970er und 1960er Jahren bekannter Brennereien

Neben mehr als ein Dutzend Fassdeckeln aus den Jahren 1971 bis 1978 von Glenfarclas, Port Ellen, Lagavulin und Glenallachie sowie Glenfiddich und weiteren werden wir auch zwölf Originaldeckel aus den 60er Jahren bekommen. Darunter so bekannte Namen wie Springbank, Dalmore, Highland Park, Ardbeg, Balvenie oder der längst geschlossenen und fast vergessene Lowland-Distillery Kinclaith aus Glasgow.

Weitere Fassdeckel aus den 1950er Jahren

Wer nun denkt, das wäre alles, liegt weit daneben. Natürlich sind auch wieder einige wenige aus den 50er Jahren dabei. Hier kann ich bald einen weiteren von Laphroaig (1959) sowie einen von Lagavulin (1958) anbieten. Von Bowmore wird ein Fassdeckel aus dem Jahr 1955 dabei sein, von Glenlivet einer aus dem Jahr 1951 und auch aus der Aultmore Brennerei habe ich mir einen aus demselben Jahr gesichert.

EIn Fassdeckel aus einem dunklen Jahr der Geschichte

Fertig? NEIN! Denn wir werden aus den Bowmore Brennerei noch einen weiteren Fassdeckel bekommen. Und der ist noch älter und stammt aus einem für Deutschland sehr dunklen Jahr. Er stammt aus dem Jahr 1933. Während Hitler in Deutschland die Macht übernahm, wurde das dazugehörige Fass bei Bowmore befüllt. Da läuft es mir schon schaurig über den Rücken.

Fassdeckel aus einer fast vergessenen Whiskywelt

Doch damit nicht genug, denn wir kommen nun zum letzten Jahrzehnt. Den 20er Jahren. Als ich von meinem Händler aus Schottland die Liste mit den Brennereien und den dazugehörigen Jahreszahlen zum ersten Mal las, hatte ich wohl Glück, das ich saß. Denn sonst wären mir vermutlich die Knie weich geworden, und ich säße auf meinem Allerwertesten auf dem Boden meines Büros. Weil das, was ich zu lesen bekam mir förmlich den Boden unter den Füßen weggezogen hätte.

Denn wer zum Teufel hat schon einmal einen Fassdeckel einer schottischen Brennerei aus dem Jahr 1928 in den Händen gehalten?

Geschlossene Brennereien mit Geschichte

Und dann noch von einer Brennerei, die während des Zweiten Weltkrieges eingemottet wurde und 1942 endgültig für immer geschlossen wurde. Die Rede ist von der aus Aberdeen stammenden Strathdee Distillery.

Noch nie davon gehört? Glaube ich Dir. Aber dann vielleicht von der aus Campbeltown stammenden Glenside Brennerei? Diese wurde bereits 1926 geschlossen, und der Fassdeckel, den wir bekommen werden, stammt von einem Fass welches 1922 befüllt wurde.

Islay-Brennerei Lochindaal 1922

So weit so gut. Also werden wir aus dem Jahr 1928 einen Fassdeckel aus den Highlands bekommen und aus dem Jahr 1922 einen von der Halbinsel Campbeltown. Da fehlt ja eigentlich nur noch Islay. Und der kommt jetzt: 1922 LOCHINDAAL……

Die Lochindaal Brennerei wurde 1829 gegründet und 1929 geschlossen. Als Alfred Barnard im Rahmen seiner bedeutenden Whiskyreise im Jahre 1885 die Brennerei besuchte, verfügte sie bereits über eine jährliche Produktionskapazität von 127.068 Gallonen.

Bekannt ist die Marke heute durch Bruichladdich, die den Namen nutzt und noch immer einige der alten Lagerhäuser der seit fast 100 Jahren geschlossenen Brennerei verwendet.

Ausblick

Alle beschriebenen Fassdeckel werden wir im Frühjahr erhalten. Selbstverständlich werden wir euch weiterhin über diese außergewöhnlichen historischen Stücke informieren.

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