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Beschreibung
Produktinformationen "Kinclaith Fassdeckel"
Ein Stück schottische Whisky Geschichte
Eigenschaften
| Brennerei: | Kinclaith |
|---|---|
| Jahr: | 1969 |
| Region: | Lowlands |
| Farbe: | Weiß |
| Gewicht: | 5 kg |
| Breite: | 59 cm |
Brennerei
Kinclaith
Kinclaith Distillery – Glasgow
Die verborgene Malt-Brennerei im Herzen eines Grain-Giganten
Manche Brennereien sind berühmt für ihre lange Geschichte. Andere für ihre großen Namen. Kinclaith hingegen ist berühmt für etwas ganz anderes: ihre Seltenheit.
Mitten in Glasgow, der größten Stadt Schottlands, stand einst eine Brennerei, die kaum jemand zu Gesicht bekam. Sie war keine klassische Destillerie in einer abgeschiedenen Landschaft, sondern befand sich verborgen innerhalb eines riesigen industriellen Komplexes – der Strathclyde Grain Distillery. In diesem gewaltigen Produktionszentrum, das Millionen Liter Grain Whisky hervorbrachte, entstand ab 1957 auch ein Single Malt: Kinclaith.
Eine Brennerei im Schatten eines Giganten
Der Strathclyde-Komplex war bereits 1927 errichtet worden und entwickelte sich zu einer der großen Produktionsstätten der schottischen Whiskyindustrie. Als dort 1957 die Kinclaith-Brennerei eingerichtet wurde, geschah dies innerhalb der bestehenden Gebäude der Grain-Destillerie.
Die Anlage wurde von Seager, Evans & Co. Ltd. errichtet, während der damalige Besitzer des Komplexes – Long John International Limited – ebenfalls an ihrer Gründung beteiligt war. Kinclaith war damit keine eigenständige Brennerei im traditionellen Sinn, sondern Teil eines industriellen Systems, das in erster Linie für die Herstellung von Whisky für Blends gedacht war.
Trotz dieser ungewöhnlichen Umgebung produzierte Kinclaith Single Malt Whisky – eine Seltenheit innerhalb eines Grain-Komplexes.
Produktion in industrieller Umgebung
Der Herstellungsprozess folgte dennoch den klassischen Prinzipien der Malt-Whisky-Produktion. Das Wasser für die Destillation wurde aus Loch Katrine bezogen, einer wichtigen Wasserquelle der Region.
Die Brennerei verfügte über sechs Gärbottiche aus Edelstahl sowie über eine sehr kompakte Destillationsanlage mit nur zwei Brennblasen. Eine Wash Still und eine Spirit Still.
Über Form und Größe dieser Brennblasen existieren heute keine gesicherten Informationen. Es wird jedoch angenommen, dass sie der typischen Form vieler Brennblasen aus der Speyside ähnelten, mit breiten kugelförmigen Deckeln und hohen, konischen Hälsen.
Aufgrund dieser Ausstattung schätzen Experten die Produktionskapazität der Brennerei auf etwa 200.000 Liter pro Jahr.
Das benötigte Malz wurde nicht vor Ort hergestellt. Stattdessen bezog die Brennerei ihr nicht-rauchiges Malz aus einer industriellen Mälzerei in Glasgow – eine logische Entscheidung in einem Komplex, der selbst eine enorme Menge Whisky produzierte.
Reifung und Abfüllungen
Wo genau die Fässer der Brennerei lagerten, ist heute nicht mehr eindeutig bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sich die Lagerhäuser ebenfalls irgendwo im Raum Glasgow befanden.
Der Single Malt reifte in einer Mischung aus amerikanischer und europäischer Eiche sowie in Sherryfässern. Besonders die Nachreifung in Sherryfässern galt unter Kennern als sehr gelungen.
Da der Whisky hauptsächlich für die Blend-Industrie produziert wurde, gab es nie offizielle Originalabfüllungen der Brennerei. Stattdessen tauchten im Laufe der Jahre nur vereinzelte Flaschen bei unabhängigen Abfüllern auf, darunter Signatory Vintage, Gordon & MacPhail, Duncan Taylor oder Cadenhead. Viele dieser seltenen Abfüllungen stammen aus den 1960er-Jahren.
Heute gelten sie als begehrte Sammlerstücke und erreichen auf dem Markt Preise von 1.500 bis 4.000 US-Dollar pro Flasche.
Ein kurzes Leben
Trotz ihres besonderen Charakters war das Leben der Brennerei kurz. 1975 wurde Kinclaith geschlossen. Das gesamte Equipment wurde kurz darauf demontiert, nachdem der Komplex an Whitbread & Co. verkauft worden war, die die Anlage erweitern wollten.
Der Grain-Komplex selbst existiert weiterhin und produziert noch heute Whisky – mittlerweile unter der Kontrolle von Pernod Ricard.
Das Vermächtnis von Kinclaith
Kinclaith bestand nur 18 Jahre, doch gerade diese kurze Geschichte hat ihren Ruf geprägt. Die Brennerei war eine der ungewöhnlichsten Malt-Destillerien Schottlands: verborgen in einer industriellen Umgebung, gebaut für die Blend-Produktion und dennoch Schöpfer eines Single Malts, der heute zu den seltensten seiner Art gehört.
Die wenigen Flaschen, die überlebt haben, erinnern an diese ungewöhnliche Brennerei – ein stilles Kapitel der Whiskygeschichte von Glasgow, das heute fast vollständig verschwunden ist.
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